
Wer regelmäßig segelt weiß, das sich Situationen bei einem Törn rasch ändern können. Sitzt man in der einen Minute noch bei einem Glas Wein und genießt den Sonnenuntergang in einer einsamen Bucht, kann bereits in der nächsten Minute eine herausfordernde Situation eintreten. Vor allem wenn es um die Gesundheit geht.
So geschehen im Frühjahr 2011 in den Kornaten. Wir lagen in einer Bucht in der äußeren Inselkette von Dalmatien (Nähe Veli Rat auf Dugi Otok). Wir hatten einen traumhaften Sonnenuntergang und versuchten noch ein paar Fische zu fangen um unser Abendessen aufzuwerten. Die scheinbar einzige kleine, aber kalkulierbare Herausforderung war der Jugo, der mit 20-30 Knoten für den nächsten Tag angesagt war und wir nach Süden mussten.
Unser Co-Skipper, den ich hier B. nennen möchte, genehmigt sich ein abendliches Dosenbier und genießt ebenso den Tagesausklang. Plötzlich verzieht er die Mine und seine sonst stets gute Stimmung schlug schlagartig um. Er spürte ein Schneiden und Stechen im Hals. Er beschrieb es wie einen kleinen Glassplitter, der sich die Speiseröhre hinunterzieht. Natürlich hatten wir sofort alle das gleiche im Kopf: Eine Wespe war möglicherweise in der Bierdose!
Sofort aktivierten wir alle Ressourcen, die medizinischen Rat anbieten konnten, sowohl am eigenen Boot, am Partnerboot und auch per Telefon zu Hause. Bereit für einen Mayday-Call und in der Hand die Nummer von Seahelp in dem Wissen, dass wenn er jetzt allergisch reagiert beide möglicherweise zu spät kommen werden, unterstützte ich wo ich konnte. Denn wir waren ein gutes Stück weg vom Festland und da könnte es um Minuten gehen, wenn es zu einer allergischen Reaktion kommt. Beruhigend war die Information, dass B. kein Allergiker war. Zumindest nicht bis dato...
Wir behandelten ihn mit einer Reihe von Sofortmaßnahmen (Eiswürfel, Vitamin C, Antihistamine etc.) und beobachteten die Situation. Wir hatten Glück - die Situation blieb mit einem Schmerz im Hals und leichter Schwellung stabil. Wir richteten in dieser Nacht eine Wache für B. ein und hielten ihn unter strenger Beobachtung. Als B. am nächsten Morgen wieder ein leichtes, wenn auch noch immer leicht schmerz verzerrtes Lächeln im Gesicht hatte, wussten wir es war überstanden. Wir konnten uns nun auf die aufkommende Windsee konzentrieren, die mit 2-3 Meter Wellen gegenan uns eine doppelt so lange Fahrtzeit bescherte. Und manch Magen herausforderte...
Die Geschichte saß uns einigermaßen in den Knochen und führte zuhause dazu, dass wir B. zur nächsten Törnbesprechung einen Scherzartikel bastelten. Dieser bestand aus einem Plastikring, etwa so groß wie eine Getränkedose und einem aufgeklebten Fliegennetz, was wir auf eine Bierdose steckten. Mit der Anmerkung, dass er ab sofort nur mehr durch das Netz trinken darf.
Damals wusste ich noch nicht, dass dies wahrscheinlich der erste Prototyp für ein Produkt gewesen ist, das ich später durch intensive Recherche am Markt finden konnte. Der Getränkedosen Insektenschutz und der Getränkedosenverschluss. Beides mittlerweile unverzichtbare Reisebegleiter für Segeltörns, vor allem in Buchten, wo es auch andere Reisebegleiter, als die eigene Crew gibt.
Der Getränkedosenverschluss ist im Prinzip der obere Teil einer Plastik-Getränkeflasche, der auf die Dose aufgesteckt wird (siehe Bild ganz oben). Neben dem Schutz vor unangenehmen Insekten bietet diese Variante auch Schutz, wenn die Dose einmal umfällt und hält die Kohlensäure auch etwas länger in der Dose.
Die einfachere und auch sehr platzsparende Variante ist der Getränkedosen-Insektenschutz, der aus meiner Sicht durch Einfachheit und genialer Funktion besticht. Dieser schützt zwar nicht, wenn die Dose einmal umfällt (echten Biertrinker passiert das angeblich nicht ;-) ), jedoch schützt sie sehr effektiv vor lästigen Tierchen. Der Verschluss hat 3 Stellungen, welche durch einfaches Drehen erreicht werden: Geschlossen, zum direkten Trinken (Schlitze), und ein Loch für einen Strohalm. Nachdem wir das Produkt auf Facebook posteten kam die Anmerkungen "lecker, Bier mit Strohalm...". Nachdem es mir bei dem Gedanken ebenso kalt über die Schulter gelaufen ist, hiermit nochmals angemerkt: Die Rillen sind für das direkte Trinken, nur eben so das nur das Getränk heraus kann und nichts anderes hinein. Aber Eure Kinder werden es Euch danken, dass es auch eine Strohalm-Version gibt. Also ab sofort "Strohhalme" mit auf die Einkaufscheckliste, wenn ihr mit Kindern reist. Falls Raucher an Bord sind, die Getränkedosen gerne als Aschenbecher verwenden, so sollte die Unsicherheit ein Asche-Mix-Getränke zu trinken auch der Vergangenheit angehören. Beide kosten im 6er Set jeweils nur ein paar Euro.
Beide Produkte können immer wieder benutzt werden und haben den Vorteil, dass sie in verschiedenen Farben ausgeliefert werden. Mit den bereits länger angebotenen Törn-Crewbändern somit eine ideale Kombination zur Crew & Getränkemarkierung in der Lieblingsfarbe.
Zuhause sind die Dinger ideal bei Parties im Freien, beim Grillen oder Campen verwendbar.
Ich wünsche euch somit viele chillige Sonnenuntergänge in schönen Buchten, ohne "Fremdkörper" in der Dose :-)
Euer
Richard


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