3Sails sponsert Göcek Race Week

3Sails_RegattaStarkwind und heftige Böen, so starteten wir in die Göcek Race Week am 6. November 2013, die eigentlich eine Saisonverlängerung und zugleich Regattatraining für unsere Crew werden sollte. Aber die Landung am Flughafen Dalaman klappte dann trotz heftiger Turbulenzen doch noch recht gut. Ein Passagier neben uns meinte, dass es sich teilweise um ehemalige Militärpiloten handelt, die etwas ruppig Passagierflugzeuge fliegen. Aber vielleicht waren es einfach auch nur die Nachwehen eines Tiefs, das die letzten Tage 35-40 Knoten Wind in den Golf von Fethiye fegte.

Mit einer Fünfer-Crew sind wir bei der Göcek Race Week angetreten. 3Sails sponserte dabei nicht nur eine St. Pöltner Crew, sondern auch den Veranstalter mit Promotionmaterial für alle Crews und den ersten Preis für jede Bootsgruppe. Und eines war schon von Beginn an klar: Die Nationenwertung gehört uns. Denn wir waren im 65 Yachten starken Teilnehmerfeld die einzigen Österreicher. Neben einer Handvoll deutscher Crews, nahmen zahlreiche türkische Anwärter teil. Fast zwei Drittel der Crews kamen aus dem frostigen Russland.. Die Wetterprognose: Schönwetter - und wenig Wind, wie es in dieser Zeit üblich ist.

 

 

Regatta-TeilnehmerGesegelt wurden 5 Rennen im Golf von Fethiye in 3 Renntagen. Davon 2 klassische Bojenkurse (up-and-down) und 3 weitere kleine Navigationswettfahrten. Die türkischen Organisatoren, der Göcek Yacht Club, waren darauf bedacht, dass es  genug Preise gibt. Denn es wird für jede einzelne Wettfahrt ein Titel vergeben, wobei der Titel der letzten längeren Navigationswettfahrt um die Inseln im Golf dem 70. Todestag von Mustafa Kemel Atatürk gewidmet war, was die Sache auch entsprechend emotional machte, aber dazu später mehr. Und natürlich für die besten 3 jeder der 5 Gruppen über alle 5 Rennen.

Die über 60 Yachten segeln in offenen Klassen. Wobei Yachten ohne Messbrief einfach in einer Charterklasse gesammelt und nach Bootsalter gewertet wurden. Alle anderen sind nach IRC Messbriefen in 4 weiteren Gruppen eingeteilt worden. Wir charterten eine Sun Odyssee 45. Diese hatte zwar einen Messbrief, jedoch war kein Spinnacker zu bekommen. Uns wurde ein asymetrischer Spinnacker zugesagt, was sich vor Ort als Gennacker darstellte. Der Spibaum hatte weder Toppnannt noch Niederholer. Somit war für uns schon von Beginn an klar, dass wir bei Vorwindkursen in unserer Gruppe gegen die Spinnacker-Crews wenig Chancen haben werden.

RegattaNach einem Einsegeltag am Donnerstag mit schönem Segelwind von rund 15 Knoten startete das erste Rennen am Freitag bei 7-8 Knoten Wind. Zu unserer Überraschung wurde der Bojenkurs so gelegt, dass wir mit Wind von achtern, also zu einer Leetonne, starteten. Scheinbar werden die Kurse schon davor festgelegt unabhängig vom aktuellen Wind. Möglicherweise hat dies mit der Wassertiefe im Golf zu tun, die schnell mehr als 100 Meter erreicht.
Die nächste Überraschung folgte schneller als erwartet. Denn nach dem Start mit Wind von achtern drehte der Wind tatsächlich fast exakt an der Leetonne ab, eine Seebrise setzte ein und der Wind kam wieder aus achtern. Damit war der up-and-down Kurs ein reiner Downwind Kurs. Bei den Rennen 2-5 an den folgenden Tagen gab es ebenso wenig Wind. Spannend war auch die Startlinie beim 5. Race. Hier stand das Startschiff rund 3 Bootslängen von der Küste entfernt, die laut Karte mit Untiefen an der Küste versehen war.

Positiv zu erwähnen ist die Regattaleitung, die es schafft mit nur einem Briefing auszukommen und trotzdem mehr Klarheit in das Startprozedere zu bringen wie manch bekannte Mittelmeerregatta. Dies liegt einerseits daran, dass die Kurse bereits von Beginn an feststehen und gedruckt ausgehändigt werden. Andererseits aber auch daran, dass es klare Funksprüche zu allen Startsignalen gab.

Abends gab es an 2 Tagen ein schönes und gut organisiertes Rahmenprogramm. Ein Festzelt in der Partyarena mit entsprechendem Catering, dazu Musik vom DJ. Die Moderation erfolgte sogar in 4 Sprachen (englisch, deutsch, türkisch, russisch) von 3 Moderatoren. Der türkische Hauptmoderator pushte das Publikum richtiggehend durch die Veranstaltung. Mangels Sprachkenntnissen war manchmal nicht klar ob wir nun eine Standpauke erhielten oder ob er versuchte das Publikum zu motivieren. Da es sich am 10. November um den 75. Todestag von Atatürk handelte, trugen die Yachten nicht nur alle eine Fahne mit seinem Portrait auf der Saling, sondern durften auch abends stehend den Staatsgründer ehren. Der Nationalstolz war beeindruckend.

SonnenuntergangDas Publikum bestand ebenso zu einem großen Teil aus russischen Gästen. Man erkannte sie sofort an der feinen Abendgarderobe. Dies war auffällig, da die Stege der Marina abends fast völlig leer waren. Die russischen Crews dürften großteils mit gesamter Familie angereist und in Hotels abgestiegen sein. Was die Frage nach klassischen Stegfesten beantwortet, wie man es bei den Adria-Regatten kennt. Denn die gibt es hier nicht. Im Gegenteil, abends war es kaum vorstellbar, dass hier eine Großveranstaltung mit einigen hundert Teilnehmern stattfindet.

Die Siegerehrung aller Gruppen fand am Sonntagabend ebenso bei entsprechender DJ-Begleitung und toller Stimmung statt. Neben den Gewinnern erhielten auch Ehrengäste und auch Sponsoren einen kleinen Preis. Wir von 3Sails sponserten den 1. Platz in jeder der 5 Gruppen - ein wasserdichtes Tablet-Case, samt Yacht-Montagearm, von Armor-X. Wir landeten im Mittelfeld und waren, in Anbetracht der Rahmenfaktoren, eigentlich ganz zufrieden.

Am Heimweg vom Partyzelt spazierten wir durch die wirklich schön angelegte D-Marin in Göcek und landeten, wie fast jeden Abend, bei einem Absacker im Sailors Pub. Ein echter Tipp, wenn man in der D-Marin anlegt. Dort trifft man einen ebenso bunten und interessanten Nationenmix wie bei der Regatta. Von Russen, Deutschen bis hin zu Isländer die spät nachts auf einmal im Superman-Kostüm erscheinen. Ob dies eine Erscheinung war oder nicht, darüber streiten immer noch so manche Segler. Einig waren wir uns jedenfalls, dass wir zu ebenso später Stunde Klaus Pitter getroffen haben, der dort seine neue Base hat und die Lage vor Ort sondiert hat.

Alles in Allem eine perfekte Saisonverlängerung mit einer gut organisierten Regatta. Und wie immer, einige Erfahrungen reicher :).

Euer

Richard von 3Sails

3Sails_Sponsoring

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